Glanz und Elend der Kurtisanen, Teil VII

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BAND 48: Glanz und Elend der Kurtisanen, S. 293 – 344

Esther kriegt von Carlos Herrera einen gehörigen Anschiss für ihre „Zieräfferei“. Wenn sie sich weiter so gegen Nucingen sträubt, würde sie damit nur ihrem geliebten Lucien schaden. Sie soll also die Arschbacken zusammenkneifen und den Bankier erhören. Also schreibt sie ihm einen eindeutigen Brief: „Sie werden unter Waffen und mit Ihren Geschenken geschmückt finden die, die sich fürs Leben nennt Ihre Vergnügungsmaschine Esther.“
Sie zieht in das für sie eingerichtete Palais ein, zeigt sich auch mit dem Baron im Theater als seine offizielle Geliebte, lässt den Lustgreis aber weiterhin am ausgestreckten Arm verhungern. Derweil bohren die drei Spione Corentin, Peyrade und Contenson weiter, sie können es einfach nicht lassen. Ihnen ist klar, dass Nucingen zugunsten eines Dritten gerupft wird, wissen aber noch nicht, für wen. Um mehr herauszufinden, verkleidet Peyrade sich in der Öffentlichkeit nun als reicher Engländer und wirbt um die Grisette Frau von Val-Noble, durch die er mehr über Esther herauszufinden hofft.

Als Reaktion darauf verkleidet sich Carlos Herrera wiederum als Polizeibeamter und lässt Peyrade zu sich kommen. Das Messer im Anschlag horcht er den unbedarften Spion aus. Er ist zum äußersten bereit: „Im Wagen dann war er dreimal nahe daran gewesen, Peyrade zu töten: aber das hätte seinem ein für allemal gefaßten Entschlusse, nie selber zu morden, widersprochen. So hatte er sich vorgenommen, sich gelegentlich Peyrade dadurch zu entledigen, daß er ihn als Millionär ausgeben und einige entlassene Zuchthäusler auf ihn aufmerksam machen lassen würde.“
Im entscheidenden Augenblick kommt jedoch Corentin dazu und erkennt sofort den spanischen Priester unter seiner Tarnung. Dadurch wissen die Spione nun, was Sache ist. Corentin sucht Lucien auf und droht ihm. Der Ex-Dichter reagiert zum ersten Mal seit seinem Auftreten in der Comédie humaine vollkommen cool und lässt sich nicht einschüchtern. Trotzdem wissen er und sein Meister nun, dass es eng für sie wird: „Als Antwort auf diese Drohung machte der Abbé, der wieder in das Zimmer zurückkam, die Geste des Kopfabschneidens. Da er sah, wie bleich Lucien nach dieser furchtbaren Unterredung geworden war, rief er: ,Jetzt ans Werk!‘“

Beste Stelle:

Ein Spruch, den man bei jedem Tinder-Date bringen kann, sollten noch Unklarheiten bestehen:
Ich für meine Person habe immer Angst davor gehabt, nur etwas wie der Kleiderhaken zu sein, an dem Sie Ihre Eitelkeiten aufhängen wollen.“

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2 Gedanken zu “Glanz und Elend der Kurtisanen, Teil VII

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